Reittherapie Ansbach

Ansbach - Wir sind dankbar für jede Unterstützung, so der Werkstattleiter der Westmittelfränkischen Lebenshilfe Werkstätten GmbH, Willi Ulm. Umso wichtiger erscheint es auch über die Transparenz der Verwendung dieser Mittel zu berichten. Versanden diese Gelder sinnlos in Betrieb oder Verwaltung, oder kommen sie doch an der richtigen Stelle an?
Die ganzheitliche Förderung der Beschäftigten ist eine wesentliche Hauptaufgabe der Westmittelfränkischen Lebenshilfe Werkstätten GmbH. Um diesen Anspruch gerecht zu werden, bedarf es mehr als nur ein individuell angepasstes Arbeitsangebot für Menschen mit Behinderung zu schaffen. Aus diesem Grund bietet die Lebenshilfe Werkstatt Ansbach-Brodswinden für die dort beschäftigten Menschen mit Behinderung unterschiedlichste  begleitende Maßnahmen an. Gefördert wird zum Beispiel mit Gedächtnistraining, Nordic Walking oder durch Reittherapie. Diese Zusatzangebote sind überwiegend nur durch eingehende Spenden aufrecht zu erhalten.
Insbesondere die Reittherapie besitzt einen besonderen Charakter. Der Umgang mit Tieren tut Körber und Seele gut. Die Teilnehmer sammeln hier auf besondere Weise Selbsterfahrung, können sich entspannen, überwinden Ängste und tanken Selbstbewusstsein. Um dies alles zu erfahren, fährt Peter Strobel (Gruppenleiter der Werkstatt Ansbach-Brodswinden) wöchentlich mit einer Kleingruppe von Beschäftigten zum Reitstall „Dietrich“ nach Wolframs-Eschenbach – Biebersbach.
Der hautnahe Umgang beim Streicheln und Striegeln, so Gabe Dietrich (Reittherapeutin), sorgt für die erste Kontaktaufnahme zum Tier und baut Hemmungen ab. Die therapeutische Maßnahme auf den speziell ausgebildeten Pferden ist individuell ausgerichtet. Es gibt keinen Zwang, jeder darf soviel machen wie er sich zutraut, so Dietrich. Reiten, Übungen im Sattel oder Führen des Pferdes auf dem Boden sind nur Beispiele aus dem Alltag einer Therapiestunde.
Willi Ulm  und Peter Strobel erklären, dass viele Menschen mit Behinderung in ihrer psychischen Verfassung wesentlich stabiler geworden sind. Dies merke man deutlich am Wohlbefinden, am gesteigerten Selbstwertgefühl und einer positiven Entwicklung der Arbeitsmotivation. Insgesamt seien die Teilnehmer der Reittherapie ausgeglichener und hätten ihre Berührungsängste mit Tieren weitgehend abgebaut. Die Arbeitshaltung und die verbesserte Stimmungslage merke man im täglichen Arbeitsalltag der Werkstatt, so Willi Ulm. Geplant ist deshalb eine Erweiterung des Angebotes für  Menschen mit Behinderung aus dem Berufsbildungsbereich der Werkstatt. Hier konnte man bereits erste gute Erfahrungen zur Stabilisierung der Menschen mit seelischer Beeinträchtigung machen. Dies soll unbedingt ausgebaut werden.