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Über den letzten

Lebensabschnitt sprechen

Wege gemensam gehen

Will ich im Ernstfall wiederbelebt

werden? Stimme ich der Behand-

lung auf der Intensivstation zu

oder lehne ich sie ab? Wie bringe

ich meinen Willen zum Ausdruck,

auch wenn ich dazu selbst nicht

mehr in der Lage bin? Fragen, die

mit Hilfe einer gesundheitlichen

Versorgungsplanung für die letzte

Lebensphase geregelt werden

können. Diese Versorgungspla-

nung ist ein neues Angebot der

Lebenshilfe Ansbach für die eige-

nen Werkstatt-Beschäftigten und

Menschen aus den Wohnheimen.

Gezahlt wird die Maßnahme von

den Krankenkassen. Grundlage ist

ein ausführliches Gespräch, dass

die zertifzierten Gesprächsbeglei-

ter der Lebenshilfe mit

den Klienten

führen.

„Das Angebot ist vollkommen

freiwillig. Wir nehmen uns im

Gespräch die Zeit, den Willen des

Betroffenen genau herauszufin-

den“, erklärt Judith Wolf vom

Beratungsdienst der Lebenshilfe

Ansbach (BeLA). Dieser wird dann,

zum Beispiel in Form einer Patien-

tenverfügung, festgehalten. Da

es sich um ein sensibles Thema

handelt, soll dies ohne (Zeit)-Druck

geschehen. „Das Gespräch erfolgt

meist über mehrere Etappen“, so

Wolf. Die Gespräche finden entwe-

der im eigenen Zuhause oder in der

Beratungsstelle im TREFFPUNKT

Lebenshilfe in der Karlstraße

7 in Ansbach statt. Uwe Weiß,

Beschäftigter aus der

Brodswindener Lebens-

hilfe-Werkstatt, hat in

mehreren Gesprä-

chen seine

Wünsche für den letzten Lebensab-

schnitt in einer Patientenverfügung

bereits festhalten lassen.

hat

ihn dazu befragt.

:

Warum haben Sie das neue

Beratungsangebot in Anspruch

genommen?

Weiß:

Ich habe schon länger mit

dem Gedanken gespielt eine

Patientenverfügung zu machen.

Vor allem, weil so viele aus meiner

Verwandtschaft verstorben sind.

Ich war auf dem Info-Abend der

Lebenshilfe zu dem Thema und

habe mir dann einen Termin geben

lassen in der Karlstraße.

:

Sollten Menschen mit

Behinderung dabei etwas beson-

ders beachten?

Weiß:

Ich dachte immer, dass

Menschen mit Behinderung keine

Patientenverfügung machen

dürfen. Ich war froh zu hören,

dass es anders ist. Das gehört für

mich zur Inklusion dazu, dass ich

selbst entscheiden kann, was am

Lebensende mit mir passieren soll.

Judith Wolf von der BeLA bietet in ausführli-

chen Gesprächen Menschen mit Behinderung

Orientierung beim Erstellen einer Patientenver-

fügung. Uwe Weiß hat das neue Angebot bereits

wahrgenommen.

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