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Fortsetzung: Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Lebenshilfe Ansbach

Der Betrieb in den vier Wohnheimen der Lebenshilfe bleibt aufrechterhalten, allerdings unter Einschränkungen. Es gilt zum Beispiel ein angeordnetes Besuchsverbot. Der Personalschlüssel der Wohnheime ist nicht auf eine dauerhafte Tagesbetreuung unter der Woche ausgelegt. Die Bewohner sind normalerweise bis zum Nachmittag in den Werkstätten. Durch deren Schließung muss das Personal der Wohnheime nun auch tagsüber anwesend sein. Doch die personelle Unterstützung innerhalb der verschiedenen Lebenshilfe-Einrichtungen funktioniert. Mitarbeiter aus der geschlossenen Förderstätte, sowie aus anderen Bereichen der Lebenshilfe, unterstützen ihre Kollegen in den Wohnheimen vorbildlich. „Bei allem negativem und belastendem was die Corona Krise mit sich bringt, dürfen wir in diesen Tagen aber auch etwas sehr Positives erleben. Die Solidarität innerhalb unserer Lebenshilfe ist hervorragend. Dafür sind wir unseren Mitarbeitern sehr dankbar“, so der Geschäftsführer der Lebenshilfe Ansbach, Michael Breuker.

Für viele Menschen mit psychischer Erkrankung oder geistiger Behinderung fällt die wichtige Tagesstruktur weg. Deshalb sind auch die 29 Mitarbeiter des Ambulant Begleiteten Wohnens weiter im Dienst. Sie unterstützen 86 Menschen, die in keiner Einrichtung leben, sondern in den eigenen vier Wänden. Die Begleitung und Beratung muss jetzt mit der gebotenen räumlichen Distanz und unter hygienischen Auflagen stattfinden oder telefonisch. „Wir halten die Versorgung auch unter den schwierigen Bedingungen aufrecht, weil viele unserer Klienten verunsichert sind. Fraglich ist, wie sie mit der Situation auf längere Sicht umgehen werden“, erklärt der Leiter des Ambulant Begleiteten Wohnens, Uwe Salvasohn.

Die Coronakrise hat auch die Arbeit der Offenen Hilfen zum Erliegen gebracht. Freizeitmaßnahmen und sonstige Angebote wurden zunächst bis Juni abgesagt. Da der Informationsbedarf groß ist, erhält die Lebenshilfe ihr Beratungsangebot aufrecht. Die Büros im TREFFPUNKT Lebenshilfe in Ansbach sind derzeit zwar geschlossen, die Beratung geht aber per Telefon und Mail weiter. Kurz nach der Schließung der Schulen und Einrichtungen fragten viele Angehörige von Menschen mit Behinderung nach Betreuungsmöglichkeiten. „Wir konnten in den meisten Fällen eine Notbetreuung vermitteln oder zu anderen Möglichkeiten beraten“, berichtet Judith Wolf vom Beratungsdienst. Die soziale Isolation ist für manche Menschen derzeit aber das größte Problem. „Mit einigen Klienten sind wir jetzt in engerem Telefonkontakt als sonst und telefonieren mehrmals in der Woche, wo sonst kaum Ansprechpartner oder Angehörige vorhanden sind“, sagt Wolf. Auch die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung, deren Träger die Lebenshilfe ist, berät Ratsuchende telefonisch.

Dort wo es möglich ist, befinden sich die Mitarbeiter im Home-Office. Die Besprechungen des Krisenstabs finden telefonisch statt. „Die Situation bei der Lebenshilfe wird jeden Tag neu bewertet. Wichtige und richtige Entscheidungen zu treffen, die dem Wohl und der Gesundheit der Klienten und der Mitarbeiter dienen, fordert uns zwar alle, doch bisher gelingt es uns meiner Meinung nach recht gut“, berichtet Geschäftsführer Breuker.

Mitarbeiter der Lebenshilfe sind indes kreativ geworden. Um ihre Kollegen zu unterstützen, die in der Pflege von Menschen mit Behinderung tätig sind, nähen sie dringend benötigten Mundschutz, in Heimarbeit und ehrenamtlich.