Presse
Aktuelle Meldungen

Aktion "Licht sein!" setzt Zeichen der Hoffnung
 

Die Kita im KiM hat sich etwas Besonderes einfallen lassen. Noch vor dem Lockdown setzten die Erzieherinnen und Kinder ein Zeichen der Hoffnung, das sehr gut angekommen ist. Die Öffentlichkeit konnte ein kleines Päckchen aus einer Kiste vor dem KiM abholen. Allerdings waren diese schon vor dem geplanten Ablauf der Aktion am 18. Dezember vergriffen. 

Als Antwort auf den Corona-Lockdown im Frühjahr hatte bereits die Aktion Sonnenschein der Inklusiven Kindertageseinrichtung etwas Farbe in den Alltag gebracht. Viele Menschen aus Feuchtwangen und Umgebung hatten mitgemacht und sich ein Päckchen mit Sonnenblumensamen vor dem KiM abgeholt. Bei der neuen Aktion soll es darum gehen, die dunkle Zeit etwas aufzuhellen und selbst zum Licht zu werden. 

Die Öffentlichkeit war dazu aufgerufen vom 7. bis 18. Dezember ein Päckchen aus einer Weihnachtskiste, am Eingang des Familienzentrums KiM abholen. Ein Päckchen bestand aus zwei Kerzen und einer Geschichte zum Thema "Licht sein". Die zweite Kerze ist dazu gedacht, einem Menschen weiterzuschenken, der ein kleines Licht gerade besonders braucht. „Wir wollen ein Zeichen setzen und gerade alten, kranken und schwachen Menschen Mut zusprechen. Sie sollen wissen, dass sie nicht alleine sind und wir gemeinsam viel schaffen können“, erklärt Yvonne Horn die Beweggründe für die Aktion. Die Erzieherin hatte die Idee dazu nach dem Laternenumzug im November. 

Anders als in den Vorjahren durften die Kinder coronabedingt nicht die Seniorenheime besuchen und vorsingen. „Wir wollten trotzdem den Kontakt aufrechterhalten. Für unsere Kinder gehört der Besuch der Altenheime zu verschiedenen Anlässen im Jahreskreis fest dazu. Außerdem haben wir einige Kinder, die auch persönlich von den Corona-Maßnahmen betroffen sind und sehr emotional davon erzählen, dass sie die Oma nicht mehr besuchen dürfen“, berichtet Yvonne Horn.

Verbunden mit der Aktion ist der Aufruf, die Kerze ins Fenster zu stellen und damit ein Zeichen zu setzen. Aus Sicherheitsgründen kann dies auch ein LED-Licht sein. Und natürlich darf auch von dem kleinen Licht – wie in der Geschichte – erzählt werden, dass die Dunkelheit verdrängen kann. Je mehr Menschen sich daran beteiligen, desto heller scheint das Licht der Hoffnung, wünscht sich die Kita.  

Die Kinder halfen mit Begeisterung, die Päckchen vorzubereiten. Sie verzierten und schmückten sie mit Spitzenborten und Sternen. Auch die Gestaltung der Geschichte wurde malerisch von Kindern übernommen. Wem die Kinder selbst die zweite Kerze schenken wollen, wussten sie oft schon ganz genau. 

EUTB schöpft aus Erfahrungsschatz von Menschen mit Behinderung
 

Die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) ist ein Beratungsangebot für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige. Wichtiges Merkmal der EUTB ist, dass die Ratsuchenden sich auf Wunsch auch mit anderen Menschen mit Behinderung austauschen können, um von deren Erfahrungen zu profitieren. Dies läuft unter dem Begriff Peer Beratung. Zur Erklärung: Peer bedeutet eigentlich gleichgstellt sein, ebenbürtig. Bei der EUTB Ansbach haben sich bereits fünf Peers gefunden, die anderen Betroffenen helfen wollen. 

Bei einem ersten Treffen im TREFFPUNKT Lebenshilfe in Ansbach konnten sich die ehrenamtlichen Peers jetzt untereinander kennenlernen. Träger der EUTB Ansbach ist die Lebenshilfe Ansbach. Besonderes Merkmal der EUTB ist aber, dass sie unabhängig vom Träger berät und strikt neutral ist. Lebenshilfe-Geschäftsführer Michael Breuker begrüßte die Peers und stellte fest, dass die Peer Beratung ein Schwerpunkt der EUTB sein müsse. „Ratsuchende sollen das Gefühl mitnehmen, da ist jemand, der weiß wovon ich spreche“, so Breuker. Silke Eckert, eine der hauptamtlichen EUTB-Berater und Sozialpädagogin, betont: „Die Erfahrungen unserer Peers sind wie eine Schatzkiste. Je mehr Peers wir haben, umso besser, denn jeder hat eine eigene Geschichte. Ihr werdet hier gebraucht, weil eure Erfahrung einzigartig ist.“

In der EUTB Ansbach findet Peer Beratung immer im Tandem mit einem hauptamtlichen Berater statt. Je nach Situation unterstützen hauptamtliche Berater zum Beispiel bei der Antragstellung bei Leistungsträgern, Reha-Maßnahmen, Assistenzangeboten und vielem mehr. Ein Peer kommt erst hinzu, wenn ein Ratsuchender dies ausdrücklich wünscht. Für Silke Eckert bedeutet die Peer Beratung in erster Linie, dass der Peer von seiner persönlichen Erfahrung berichtet. „Eure Erfahrung ist das Gold von anderen“, sagte Eckert den anwesenden Peers. 

Manche der Peers hatten vorher selbst eine Beratung bei der EUTB Ansbach in Anspruch genommen und sich daraufhin entschlossen, zukünftig selbst anderen mit ihrem Wissen zu helfen. So auch Karin Brüning, die seit einem Jahr eine Körperbehinderung hat. „Ich habe selbst gemerkt, wie schwierig es ist, an Informationen zu kommen. Deshalb bin ich auf die Idee gekommen, mich einzubringen“, erklärt Brüning. David Ross, einem anderen Peer, ist es wichtig Ratsuchenden mitzugeben, dass sie sich nicht unterkriegen lassen, vor allem nicht von Sätzen wie „Du kannst ja nichts“. „Das habe ich auch so gemacht. Meine Behinderung ist zwar störend, aber ein Teil von mir“, sagt Ross. Und er findet es wichtig, dass Menschen mit Behinderung Eigeninitiative zeigen. Sie sollten für sich selbst sprechen, auch wenn ein Angehöriger ein Beratungsgespräch gerne begleiten darf. 

So wie David Ross war auch Silke Babel von Anfang an als Peer dabei. Trotz Behinderung habe sie immer gelebt wie sie wollte, erzählt sie. Deshalb unterstützt sie Ratsuchende gerne bei ihrem Weg in eine größere Selbstständigkeit. „Ich habe zum Beispiel eine junge Frau mit Behinderung und deren Eltern beraten, die von zuhause ausziehen wollte. Ich habe ihnen erzählt, wie es bei mir war und ihnen verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt“, so Babel. 

Peers können allerdings nicht nur Menschen mit Behinderung sein, sondern auch deren Angehörige. Denn auch sie haben viele Kenntnisse, die anderen weiterhelfen können. Wer sich vorstellen kann, bei der EUTB als ehrenamtlicher Peer zu arbeiten, darf sich gerne melden. 

Mehr Info über die EUTB Ansbach

 

Nathalie Lober
T 0981 9525-139
n.lober(at)lebenshilfe-ansbach.de

Pressearchiv

Harald Eisner
T 0981 9525-145
eisner(at)lebenshilfe-ansbach.de